Ich stelle in der letzten Zeit immer öfter fest, dass Menschen mit mehrfachen Süchten, immer nur das eine oder das andere im System der Hamburger Suchthilfe behandeln können. Oft sind weitreichende Erklärungen notwendig, warum man heute die eine Sucht besprechen möchte, die andere Sucht wird dann eben an dem Tag ignoriert.
In den meisten Selbsthilfegruppen kann auch "nur" entweder über Alkoholsucht oder Tablettensucht oder Cannabismissbrauch usw.gesprochen werden.
Der Versuch ein anderes Thema (eine andere Sucht) einzubringen, scheitert nicht am Unwillen der Gruppe, sondern es fehlt einfach die Erfahrung, dem Betroffenen Verständnis und Hilfestellung anbieten zu können.
Ich merke oft, dass das dem Anderen- helfen- wollen, durch Unwissenheit und fehlende Infos, scheitert und der Betroffene in seinem persönlichen Elend allein gelassen werden muss.Ausserdem sind die meisten Gruppen gut besucht und es braucht schon eine Portion Selbstvertrauen, z.B in einer Alkoholgruppe von Spielsucht zu sprechen.Meistens dringen die Betroffenen mit Ihrem verständlichen Anliegen nicht durch.
Die meisten Suchtabhängigen sind auch so in ihrer eigenen Geschichte verstrickt, dass es Ihnen / uns dann schwerfällt, die wenige Zeit noch für einen Kiffer, Medizinjunkey, Kokser ,Spieler usw., zu opfern.
Ich habe es in letzter Zeit oft erlebt, dass diese Menschen sichtlich enttäuscht gehen und nie wieder gekommen sind.
Ich empfinde es jedesmal als Ablehnung und kann die Gefühle solcher enttäuschten Menschen sehr gut nachempfinden.
Ich selbst bin 3- Fach Polytox und aufgrund meiner 30 jährigen Erfahrungen mit Anonymen Alkoholikern, Elas, Guttemplern würde ich gerne in diesem Forum Meinungen, Fragen und Erfahrungen sammeln, mit Euch kommentieren, Hilfe anbieten, Erfahrung austauschen, um zumindest Wege aus Süchten aufzuzeigen.
Gehen muss diese Wege ohnehin jeder selbst.
Meldet Euch mit Euren Erfahrungen und/oder Enttäuschungen.
